Ein Wochenende in Dublin 2009

Das Wochenende vom 27. Februar bis zum 1. März verbrachte ich mit zwei Freunden in der irischen Hauptstadt Dublin.


Anreise

Da wir mit Ryanair flogen und Billigflieger ja bekanntlich nicht von den großen Flughäfen aus starten, hieß es für Freitag erstmal um 4.20Uhr aufstehen. Gar nicht so leicht, wenn man sonst nur wenige Stunden vorher ins Bett geht. Aber auch das haben wir geschafft und standen so kurz vor 6.00Uhr am Hauptbahnhof in Hanau. Von dort haben wir uns mit dem Terravision Bus nach Hahn begeben (den Bus hatten wir ganz für uns). Nach etwa 2h Fahrt erreichten wir den Flughafen Frankfurt Hahn. Dort nahmen wir erstmal ein zweites Frühstück zu uns und passierten nach diesem die Sicherheitskontrollen, den Zoll und begaben uns dann ins Flugzeug (eine Boeing 737-800).

Flug mit Ryanair



Nach 2h ruhigem Flug, aber dafür harter Landung erreichten wir Dublin und kauften am Flughafen drei Rambler-Bus-Tickets (je 13,30€) für drei Tage unbegrenzte Bus Nutzung (inkl. Airlink – Flughafenbus).


Vom Flughafen zum Busbahnhof bzw. zur Innenstadt benötigt man etwa 30-45min mit dem Airlink. Nach einem längeren Fußmarsch, unterstützt durch GPS, erreichten wir die Jugendherbere und bezogen die Zimmer.


Freitag – Dublin

Hunger, dass war das erste was es zu stillen galt. Unsere Wahl viel auf einen Mc Donalds-Burger-King-Verschnitt mit akzeptablen Preisen, mäßigen Pommes aber immerhin guten Burgern / Wraps. Danach erkundeten wir Dublin per pedes. Abends gab es wieder Fast Food zu essen, diesmal vom gelben Branchenführer und danach gings auf nach Temple Bar in die Pubs zum Rugby schauen.

Jugendherberge Dublin

 

Total kaputt erreichten wir gegen kurz nach zwölf die Jugendherberge. Aber von erholsamen Schlaf konnte im 6 Mann Zimmer nicht die Rede sein: Licht an, Licht aus; Tür auf, Tür zu; Bett beziehen; Licht anlassen und das Zimmer verlassen und diskutierende Menschen im Nachbarzimmer und auf der Straße.


Samstag

Nicht wirklich ausgeschlafen ging es ab zum Waschen. Bis auf zu wenig Ablagefläche und Waschbecken mit blöden Wasserhähnen (man musste immer eine Hand zum Drücken benutzen damit Wasser kam) war alles typischer Jugendherbergsstandart. Das Frühstück gab es in einer ehemaligen Kirche – Kirchen gibt es in Dublin im vollkommenen Überfluss. Es gab Toast, Kaffee, Tee, Marmelade, Butter, Cornflakes und leckeren Saft. Interessant war für uns Deutsche, dass erst um 9.45Uhr die Massen den Frühstücksraum gestürmt haben (es gab nur Frühstück bis 10Uhr) . In Deutschland ist dann in der Regel um 9.30Uhr schon keiner mehr am Frühstücken bzw. nichts mehr zum Futtern da.

Gut gestärkt begaben wir uns nun auf die Bus suche. Gar nicht so einfach. Da der öffentliche Nahverkehr in Dublin und Umgebung zu 80% aus Bussen besteht gibt es entsprechend viele Haltestellen. Leider hatten wir keinen Übersichtsplan und die angeblichen Abfahrtsstraßen aus dem Reiseführer waren auch noch falsch. In Zukunft suchen wir nix mehr auf eigene Faust – gleich Fragen und nicht erst eine halbe Stunde lang suchen…


Mit dem Bus ging es dann in einer Stunde nach Howth, die nördliche Halbinsel in der Bucht von Dublin. Von der letzten Bushaltestelle benötigt man nur wenige Minuten um auf einen guten Aussichtspunkt zu gelangen (immer den Touristen nachlaufen). Von dort hat man einen schönen Blick auf Dublin und die raue See. Nach den obligatorischen Fotos begaben wir uns auf eine kleine Wandertour durch die schöne irische Natur (übrigens auch das einzige Stückchen Natur, dass wir außer Parks erlebt haben). Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir die Hauptstraße, die wir mit dem Bus heraufgefahren waren und suchten uns weiter unten im Dorf einen netten Pub mit guten Preisen für ein Mittagessen. Nach leckeren Sandwiches und Suppe bzw. Chicken Wings ging es weiter zum Peer, am Hafen. Danach begaben wir uns zur nächsten Bushaltestelle und waren erfreut, dass gerade ein Bus auf uns zu kam. Doch der fuhr stur vorbei und *klingeling* wir standen auf der falschen Seite. Auch drauf reingefallen, typisch Touristen. Also ab auf die andere Seite und warten.

Ausflug nach Howth



Wieder zurück in Dublin beschlossen wir auch noch die Südliche “Halb-Insel” zu erkunden. Wieder Bus suchen. Nur mussten wir dann feststellen, dass dieser Bus samstags nicht fährt. Neue Idee: Guinness Storehouse. Wieder Bus suchen, aber zum Glück stellten wir vorher fest, dass es bereits 16.00Uhr war und das Guinness Storehouse nur bis 17.00Uhr geöffnet hat. Neue Idee: St. Patricks Cathedral. Genau, wieder Bus suchen. Nach kurzer Fahrt und noch kürzerer Besichtigung von Außen, ging es wieder zurück Richtung Innenstadt und erstmal was bei Subway essen. Danach wollten wir uns schon rechtzeitig einen guten Platz im Pub für das abendliche Rugby Spiel zwischen Irland und England sichern. Schade, dass das Spiel bereits um 17.30Uhr begann und wir so nur noch die letzten 15min vor einem Pub verfolgten. Irland gewann und wir entschlossen uns, dem kleinsten Pub Dublins einen Besuch abzustatten (lag zum Glück grad um die Ecke).

U2 - No line on the horizon Plakat

Danach irrten wir erst wieder Richtung Liffey (Fluss), entschlossen uns dann aber den Pub vor dessen Eingang wir das Rugbyspiel verfolgt hatten zu besuchen. Zu unserem erstaunen, war der Pub im Keller, ziemlich groß. Mich erinnerte er an eine alte Ritterhalle in einer Burg. Die Preise waren jedenfalls besser als in Templebar (4,70€ für ein Pint). Außerdem gab es jede Menge Fernseher und Beamer (gezeigt wurde ein Fußballspiel aus der spanischen Liga). Nach und nach wurden die Bildschirme abgeschaltet und die “Sportsbar” wurde mehr und mehr zum “Club”. Gutes Konzept, was ich hier in Deutschland so noch nie gesehen habe. So gegen 23.00Uhr verließen wir den Pub und begaben uns auf die vollen Dubliner Straßen. Ich hatte den Eindruck, dass es mittags um 12.00Uhr genauso voll ist, wie nachts um 12. Wir gingen dann noch in einen Pub mit Livemusik. Dort lernen wir Baby-Guinness kennen – schmeckt sehr gut!!! Die Band spielte mehr oder weniger bekannte Rocksongs (highway to hell, born to be wild, usw.). Irgendwann nach 24.00 Uhr war dann Schluss mit Live-Musik. Wir machten uns also auf den Heimweg und waren wohl so gegen 1.30Uhr im Zimmer und kurze Zeit später friedlich am schlummern. Diese Nacht war glücklicherweise ruhiger und so konnten wir glücklicherweise durchschlafen.

 

Dublin bei Nacht

Sonntag – Dublin

Der Sonntagmorgen begann wie der Samstagmorgen: aufstehen, duschen, frühstücken. Danach zogen wir schnell die Betten ab, packten unsere sieben Sachen in die Rücksäcke und checkten aus. Da wir am Vortag lange genug nach dem richtigen Bus zum Guinness-Storehouse gesucht hatten, wussten wir heute auch direkt, wo wir hin mussten. So standen wir etwa eine Stunde nach dem Verlassen der Jugendherberge vor dem Guinness-Storehouse (sieht übrigens sehr nach der industriellen Revolution aus). Eintritt kostet für Studenten 11€ inkl. einem Pint Guinness und deutschen Audio-Guides. Nebenbei, die Audio-Guides übersetzen nicht alles. Wer Englisch kann nimmt deutlich mehr mit. Ansonsten ist der Storehouse in etwa mit einer Brauereiführung gleichzusetzen. Wobei nicht die Brauerei selbst besichtigt wird, sondern alles mit Plakaten, Beamern, Bildschirmen erklärt wird. Achja, wer Guinness-Merchandising-Artikel sucht wird hier fündig. Der Shop erstreckt sich über zwei Etagen! Am Ende des Museums erwartet den Besucher die Gravity-Bar mit einem tollen Rundblick auf Dublin bei einem frisch gezapften Guinness.

 

2 Guinness in der Gravity Bar

Nach dem Guinness Storehouse ging es erst zu Fuß und dann mit dem Bus wieder ins Zentrum und dort direkt weiter in einen Pub zum Mittagessen. Gestärkt mit Irish Stew bzw. Suppe und Sandwiches ging es dann noch auf eine kleine Shopping-Tour und danach zum Airliner-Bus. Hat natürlich wieder eine Weile gedauert, bis wir die richtige Bushaltestelle gefunden hatten (wobei uns die zwei Busfahrer die wir fragten, auch zu zwei gegenüberliegenden Bushaltestellen wiesen). Am Ende landeten wir am Busbahnhof, an dem wir auch vor zwei Tagen in Dublin ankamen. So waren wir pünktlich am Flughafen, checkten mit etwas Wartezeit ein, wartet wieder am Gate und hoben ohne Zwischenfälle ab. Diesmal saß ich am Fenster und konnte zumindest über Irland und England die erleuchteten Städte von oben betrachten. Toller Anblick!



Sonntag – Deutschland

Wir landeten pünktlich, nach ruhigem Flug, in Hahn. Leider war der Zoll um 22.30Uhr ziemlich überfordert, weswegen wir gefühlte 30min warten mussten. Auf den Bus mussten wir so dann noch knapp einen Stunde warten. So gab es also erstmal zu günstigen Flughafenpreisen ein wahrscheinlich einen Tag altes Sandwich. Immerhin hat es gut geschmeckt. Wir nahmen den Bus um 23.40Uhr und waren so um 1.25Uhr in Hanau.


Insgesamt ein toller Urlaub, der für die Stadt Dublin genau die richtige Länge hatte. Schade nur, dass wir sonst kaum etwas von Irland gesehen haben. Das muss ich irgendwann noch nachholen…




Und die Moral von der Geschicht‘ …

    • In Dublin geht jeder Fußgänger über rote Ampeln. Auch wenn die Polizei direkt davor steht
    • Linksverkehr ist nix für Rechtsverkehr-Gewöhnte. Passt gut auf, sonst seid ihr platt (so langsam fahren die Dubliner nicht gerade)
    • Busse finden in Dublin ist sehr Zeitaufwändig (passt bei den Bushaltestellen auf die richtige Seite auf -> Linksverkehr)
    • Dublin ist teurer als Deutschland
    • Wie immer läuft man sich beim Stadturlaub die Füße platt


Temple Bar

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